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George Orwell’s 1984 ist wahrscheinlich ein oft zitiertes Buch wenn es um Datenschutz und die durchgehende Kontrolle der Bürger geht. Denjenigen, die es gelesen haben, wird auch klar sein warum, aber bis jetzt hatte dieses ansonsten erschreckend gut geschriebene Werk einen Haken: Das Jahr 1984 ist schon längst vorbei und außer einigen billigen Voyeur-Shows im Fernsehen ist von Big Brother nichts zu sehen. Oder etwa doch ..?
Die Zeichen dafür, dass George Orwell sich bei seinem Science Fiction Roman einfach nur in der Jahreszahl geirrt hat und nicht im Inhalt, stehen sehr gut. Würde man das Buch heute verfilmen, könnte man es ja auch nicht mehr als Science Fiction verkaufen, sondern als realistischen Thriller.
Die jüngsten Entwicklungen in der Diskussion um die so genannte Vorratsdatenspeicherung treiben einem schon jetzt die Schweißperlen auf die Stirn, denn was hier diskutiert wird, lässt einen glauben, dass die europäischen Politiker das Wort Datenschutz aus ihrem Denken gestrichen haben. Bei der Vorratsdatenspeicherung geht es darum, die Telekommunikationsanbieter zur Speicherung von relevanten Verbindungs- und Standortdaten im Bereich Internet und Sprachtelefonie zu verpflichten. Das Thema ist nicht neu, wurde jedoch bis vor kurzem als im Widerspruch mit “Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit, Erforderlichkeit und Zweckbindung beim Erlass von Datenschutzvorschriften” stehend abgewiesen. Seit den Terroranschlägen in New York, Madrid und jetzt natürlich in London ist die EU entschlossener denn je die Vorratsdatenspeicherung durchzubringen. Es besteht nunmehr kein Zweifel daran, dass sie kommt. In der EU sind sich der Rat, die Kommission und das Parlament, bis auf einige Kleinigkeiten relativ einig. Es geht eigentlich nur darum wie lange die Daten gespeichert werden sollen. Dieser Aspekt ist natürlich auch wichtig, aber viel wichtiger wäre es das Thema an sich noch mal zu durchleuchten!
Leider haben Datenschützer nicht viel zu sagen in Zeiten wie diesen. Die Anschläge auf die westliche, kapitalistische Welt, fordern schon viele Opfer, doch durch die Reaktionen der Politik auf diese Attentate muss man als europäischer Bürger auch ein Opfer bringen und auf das Grundrecht des Datenschutzes verzichten. Es ist traurig, dass die EU, gepuscht durch einige sehr eifrige Mitgliedsstaaten, diese Situation und die Angst der Bürger solcher Maßen ausnützt um endlich den doch so praktischen Überwachungsstaat ein großes Stück näher zu bringen. Für die Strafverfolger ist es natürlich schon ein lang ersehnter Traum. Anstatt in der Offline-Welt mühsam nach Indizien zu suchen, können sie sich endlich vom Computer am Schreibtisch aus in die unendlichen Datenberge einklinken, die moderne Bürger am Telefon oder im Internet unweigerlich hinterlassen.
Noch ist es nicht so weit, aber wie gesagt, lange wird es sicher nicht mehr auf sich warten lassen, vor allem weil es Politiker wie Italiens EU-Justizkommisar Franco Frattini gibt, der die Angelegenheit bis Jahresende durch alle Instanzen jagen will.
Also Leute genießt das freie Surfen und telefonieren so lange es noch geht! Für das Internet gibt es immerhin schon einige Möglichkeiten die eigene Identität zu verschleiern. Sie werden wohl in nächster Zeit einen großen Boom erleben.
3 Kommentare
Claudl
06. October 2005 um 11:11
Eigentlich tragisch, daß fiktive Horrorszenarien zur Realität werden und Regierungen, die sich als Hüter der Demokratie sehen, glauben, diese am besten vor den “bösen Mächten da draussen” schützen zu können, indem sie sie Stück für Stück dekonstruieren.Außerdem geht dieser hysterische Sicherheitswahn, meiner Meinung nach, am eigentlichen Problem des Terrorismus vorbei….da stellt sich mir die Frage, ob der “Kampf gegen den Terror” nicht einfach nur ein netter Vorwand ist…man weiß ja nie…;)
itachi
06. October 2005 um 22:04
ich find auch, dass diese terrorbekämpfung nur ein lustiger vorwand ist, aber solange diese daten nur behördlich behandelt werden und nicht kommerziell find ich das eigentlich nur geringfügig störend.
Lupo
07. October 2005 um 13:28
Ich würde sagen der Begriff Datenschutz ist auch jetzt schon sehr relativ … es reicht schon bei diversen Einkäufen mit Bankomat- oder Kreditkarte zu zahlen und schon werden deine Daten für diverse Zwecke verwertet (zB Kaufverhalten etc.). Konsequenz: nur mehr bar zahlen, Kontos auflösen und das gute alte Sparschwein wieder herauskramen (in der heutigen Zeit leider undenkbar)
Es wird sich künftig also kaum vermeiden lassen in der großen weiten Datenwelt Spuren zu hinterlassen!
Ich schätze es wird auch nicht mehr allzu lange dauern, bis wir alle zur Speichelprobe hatschen müssen (zwecks Erfassung der DNA) …. ja, das sind schöne Aussichten!!!
Nach meinem Empfinden entwickelt sich der Kampf gegen den Terror allmählich zu einer eigenen Form des Terrors!
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Beat it
16. May 2008 › 0 Kommentare ›
Fall Out Boy zusammen mit John Mayer covern einen Michael Jackson Klassiker. “Beat it” ist das Opfer und hier das aktuelle Video dazu.
Immer wenn man glaubt man hat alles gesehen, kommt so was…
Austrofred
08. May 2008 › 1 Kommentar ›
Gestern hatte ich endlich die Gelegenheit Austrofred live zu erleben und die Betonung liegt auf erleben, denn dieser Mann ist wohl einer der urigsten Künstler überhaupt. In Österreich auf jeden Fall. Seine Begabung populäre Melodien (hauptsächlich von Queen) mit bekannten heimischen Texten (die er leicht verändert) zu vermischen hat ihn bereits zu einer “Urban Legend” werden lassen. Unterstützt wird seine Performance noch durch großartige Ansagen zwischen den Songs.
Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, hier gehts zu seiner Homepage. Aber unter uns, spielt euch nicht zu lange damit herum, findet lieber raus wann und wo das nächste Konzert ist. Den Champion muss man live erlebt haben.
Fleisch ist mein Gemüse
21. April 2008 › 1 Kommentar ›
“Fleisch ist mein Gemüse” ist ein Buch von Heinz Strunk, das ich vor einiger Zeit gelesen hab und jedem nur wärmstens empfehlen kann. Ein unfassbar witziges Werk nach einer wahren Geschichte. Absolut lesenswert.
Mittlerweile ist auch schon verfilmt worden. Kinostart in Österreich sollte demnächst sein. Ob der Film an das Buch herankommt ist aber fraglich. Man darf gespannt sein.
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