Ich liebe Fernsehserien. Ich bin süchtig danach. Ja ich bin ein Serienjunkie. Natürlich gefällt mir nicht alles was es auf dem riesigen Markt der TV-Produktionen gibt, ich finde aber meistens ohne Probleme etwas Sehenswertes. Die letzten Wochen waren da das absolute Gegenteil einer Ausnahme, weshalb ich meine neuen Erfahrungen unbedingt mit euch teilen will.

Wenn ich von Fernsehserien spreche meine ich natürlich nicht die Kategorie der Reality-TV Serien die in immer neuen Szenarien die gleichen uninteressanten Konzepte zum x-ten mal aufwärmen und das Leben mir unbekannter 0815 Personen und deren Geltungsdrang zum Olymp heutigen Fernsehens erklären. Nein, wovon ich hier spreche sind Serien mit »echten« Schauspielern und einer Handlung die in einem Drehbuch steht. Ansonsten sind meine jetzigen Favoriten durchaus verschieden, wie ihr sicher gleich feststellen werdet.

Lost

Lost wird vermutlich den meisten schon ein Begriff sein, auch wenn sie es noch nicht gesehen haben. Ein Flugzeug stürzt bei einer Insel mitten im Nirgendwo ab und die Überlebenden werden dort mit vielen eigenartigen Dingen konfrontiert. Aus diesem ganz ganz groben Umriss der Handlung sieht man natürlich noch nicht ob die Serie gut ist, aber glaubt mir: sie ist es! Ich kenne bisher niemanden der, einmal mit Lost angefangen, sich dem Bann dieser Serie entziehen konnte.

Auch nach der vierten Staffel hat die Qualität der Serie noch nicht nachgelassen, ist vielleicht sogar noch besser, oder zumindest noch spannender geworden. Lost ist auch eine absolute Unisex-Serie, fällt also nicht in die Kategorie typische Männer/Frauen Serie, sicher mit ein Grund für den Erfolg. Wer also eine spannungsgeladene »Ich muss unbedingt weiterschauen« Serie sucht und viel Zeit zum schauen hat (es sind ja schon vier Staffeln aufzuholen) kann hier nichts falsch machen.

Battlestar Galactica

Meine Lieblingsserie! In meinen Augen ist es die beste Serie die ich bisher gesehen habe, ich habe ja schon zwei mal über die Serie geschrieben, Basisinformationen findet ihr also dort.

Vor kurzem ist der erste Teil der vierten Staffel gelaufen und nach einem fulminanten Midseason-Finale lässt die Serie nun alle Fans bis Anfang 2009 auf die zweite Hälfte der vierten und definitiv letzten Staffel warten. Was mich an der neuesten Staffel am meisten beeindruckt hat ist dass sie noch dunkler und finsterer geworden ist als davor, denn das war keine leichte Aufgabe. Die Qualität der Story und die pure spannungsgeladenheit haben auch in dieser Staffel nicht abgenommen, wenn überhaupt ist die Serie nur noch besser geworden.

Das SciFi-Genre ist nicht jedermanns Sache und zielt sicher eher auf das männliche Publikum ab, findet aber meiner Meinung nach in dieser Serie zu einer Höchstleistung und könnte auch Genreskeptiker überzeugen. Sollte also jemand unter euch sein der/die Science Fiction eine Chance geben will, ist das die beste Möglichkeit die ihr bekommt, für Anhänger ist die Serie sowieso ein Muss!

The Office

The Office ist prinzipiell eindeutig als Sitcom zu identifizieren und doch erfrischend anders. Abgesehen von den fehlenden eingespielten Lachern, die aber auch schon bei vielen anderen Genrekollegen nicht mehr gern gesehen sind, sticht »The Office« vor allem durch eine bisher selten gesehene Ernsthaftigkeit hervor.

»The Office« spielt, wenig überraschend, in einem Büro. Die Mitarbeiter der kleinen Firma »Dunder Mifflin« (unglaublich es gibt sogar eine eigene Seite der Fakefirma) und ihre Beziehungen zueinander stehen im Mittelpunkt des Geschehens, wobei hier die Wahl der teilweise abstrusen, aber doch irgendwie lebensnahen, Charaktere besonders zum ganz eigenen Touch der Serie beiträgt. Man kann nicht behaupten die Serie sei tatsächlich realistisch, aber sie fühlt sich so an weil es keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt, weil die Charaktere einfach »echte« Menschen sind.

Sehr empfehlenswerte und erfrischend, für alle jene die eine etwas andere Sitcom suchen. Die erste Staffel hat übrigens nur sechs Folgen, eignet sich also super zum hineinschnuppern.

30 Rock

Mein momentaner Sitcom Favorit heißt 30 Rock, was nichts mit Rockmusik zu tun hat, sondern für die Adresse »30 Rockefeller Plaza« steht. Dort, im GE Building, befinden sich nämlich die NBC Studios und genau dort spielt auch die Serie. Alles dreht sich um die fiktive TV-Serie »The Girlie Show« und die Personen die mit der Produktion eben dieser zu tun haben vor allem also um die Autoren und die Schauspieler, aber auch um einige andere, zum Beispiel den NBC Chef (einen hervoragenden Alec Baldwin).

Die Serie hat einen wundervollen Humor und ist einfach tolle Unterhaltung. Genau festzumachen was sie für mich so gut macht fällt mir schwer, außer bei einer Sache: Dem Hauptcharakter »Liz Lemon«. Sie ist die Chefin der Autoren und ihre Rolle ist einfach sehr sympatisch. Sie ist eine durchaus erfolgreiche Frau in ihren Mittdreißigern die mit ihrem neuen Chef zu kämpfen hat, ihr Singledasein mit einigen Torschlusspanik-Anfällen »genießt«, eine (un)verbesserliche Idealistin ist und kein Fettnäpfchen auslässt. Ganz nebenbei muss ich sagen find ich die Darstellerin Tina Fey auch irgendwie süß :)

Die Serie wurde mit einigen Preisen ausgezeichnet, blieb in den USA jedoch bei den Zuschauerzahlen hinter den Erwartungen zurück. Von mir gibt es eine klare Empfehlung aufgrund des hohen Unterhaltungswerts und des besonders guten Duos Alec Baldwin und Tina Fey.

Abschließendes

Da ich nun ganz offiziell zu den nicht anonymen Seriensüchtigen gehöre interessiert es mich natürlich von euch zu hören wenn ihr etwas empfehlenswertes gefunden habt, ich bin immer auf der Suche. Die Inspiration zu »The Office« und »30 Rock« fand ich übrigens hier: Top 10 Returning TV Series. Einige andere von der Liste kommen vermutlich auch noch dran.