Das neue Album der Ärzte ist nun einige Wochen am Markt und der routinierte Fan hatte damit einiges an Zeit “Jazz Ist Anders” auf sich wirken zu lassen. Das ist es auch was scheinbar nötig ist um in der neuen Platte nicht einen Bruch in der Kette vieler erfolgreicher Werke zu sehen.

Der Unterschied zu den letzten Werken ist auch schnell gefunden, denn es fehlt weder an guten Themen/Texten noch an guter Musik, es ist die geringe Anzahl an Hits, die dem Hörer sofort ins Ohr gehen, die auffällt. Die Songs benötigen einfach mehr Zeit als gewohnt um zu gefallen. Außerdem kann man sich dem Eindruck nicht verwehren, dass einige Songs mehr den Soloprojekten entsprungen sind, als einer gemeinsamen Arbeit.

Einzelne Songs überzeugen dadurch mehr als das Gesamtprodukt. Dazu gehören die erste Auskopplung “Junge“, der Opener “Himmelblau” und damit hat es sich auch schon am Anfang des Albums. Die Zweite Hälfte weiß da schon mehr zu überzeugen. “Nur ein Kuss” ist eine 1A Psycho-Nummer á la Farin U., “Deine Freundin (Wäre mir zu anstrengend)” ist starker Funk, “Allein” und “Vorbei ist vorbei” sind klassisch gute Nummern, “Tu das nicht” beeindruckt durch die gute Idee und den Schauer, den der Song illegalen Downloadern den Rücken runter jagen sollte, und “Living Hell” ist genial. So wie der Fan das mag.

Jazz Ist Anders” ist wohl nicht das stärkste Album der Ärzte, aber was von “der besten Band der Welt” kommt kann nicht schlecht sein. Der Unterhaltungswert ist ein hoher, die Qualität ist da und der passionierte Fan wird sich das Album ohnehin zulegen. Und das auch zu Recht. Das sind schließlich die Ärzte.

Hier gehts zu Homepage und Hörproben.