Im Laufe einer Karriere machen Bands immer wieder Veränderungen der musikalischen Art durch. Manchmal zum Besseren, doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Wenn diese Veränderung schon fast zu einem Genre-Wechsel führen, ist das dann aber vor allem für den Fan schwer.
Da wir in einer Zeit leben in der immer mehr Dance- und Elektro Einflüsse zu finden sind gibt es hier Reviews von Bands, die diesen Weg bestreiten bzw. gleich dort einsteigen.

Fettes Brot

Bekanntester Song: “Jein
Aktuelles Album: “Strom Und Drang
Bester Song daraus: “Das allererste Mal

Fettes Brot gehören zu den Größen des deutschen Hip Hops, denn diese Gruppierung hat die 90er mit zahlreichen Hits, wie “Jein“, “Silberfische in meinen Bett“, “Nordisch by nature” oder “Sonntag“, verschönert. Leider ist den letzten Jahren immer mehr ein Abwärtstrend zu entdecken. Auch weil sich Fettes Brot immer mehr vom klassischen Hip Hop entfernt. Dort sind zwar Elektro-Beats nichts ungewöhnliches, doch die experimentier Freudigkeit der Hamburger Jungs geht ein wenig zu weit. So kommt es einem zumindest beim aktuellen Album “Strom und Drang” vor, das zwar sehr abwechslungsreich ist aber nur noch wenige gute Rap-Einlagen bietet. Der einzig gute Song ist dabei “Das allererste Mal” und der ist wohl dem Pop zuzuordnen.
Singles wie “Emanuela” (vom letzten Album) oder “Bettina, zieh dir bitte etwas an” begeistern vielleicht eher die Massen, doch für Langzeit-Fans sind sie eigentlich nur enttäuschend. Ähnlich wie das aktuelle Album.

Liquido

Bekanntester Song: “Narcotic
Aktuelles Album: “Zoomcraft
Bester Song daraus: “Beyond the turmoil”

Liquido kennt man schon allein dank dem Song “Narcotic“, der auch gut 10 Jahre nach der Veröffentlichung, die Leute noch immer auf Parties zum ausflippen bringt. Natürlich gab es auch weitere gute Tracks (”Play some rock” , “Doubledecker“), doch aus dem Schatten ihres eigenen Hits und dem damit verbundenen Image, der Partyband, konnten sie nicht treten. Mit dem letzten Album, “Float” (2005), wäre es fast gelungen, denn Lieder wie “The standard” oder “Ordinary life” konnten sehr dazu beitragen, den Eindruck der seriösen Rockband zu verstärken. Auf jeden Fall wurden viele Musikfreunde wieder hellhörig.
Dementsprechend hoch waren die Hoffnungen und Erwartungen an das aktuelle Album “Zoomcraft“, doch leider. Es bietet zwar 17 Tracks, doch diese sind größtenteils durchschnittlich und dabei etwas zu dancig. Gut sind die Songs “Beyond the turmoil” und “Best strategy“. “On a mission” bietet gute Ansätze, das war es dann aber schon.
Schade eigentlich, denn nach dem letzten Werk hatte man sich mehr auf diesem Niveau erhofft.

The Teenagers

Bekannt durch: noch nichts
Aktuelles Album: “Reality Check
Bester Song daraus: “Starlett Johansson

Newcomer, die gleich bei ihrem ersten Album den Elektro-Eindruck hinterlassen, das sind The Teenagers. Obwohl man ihre Musik besser als The Killers meet The Streets beschreiben sollte (Sprechgesang in den Strophen, gute Melodien im Refrain) ist der Einsatz des Synthesizers unverkennbar und zieht sich über das gesamte Album “Reality Check“. Der etwas eigenartige und gewöhnungsbedürftige Stil der Teenagers geht aber nach einigen Hörversuchen überraschend gut ins Ohr. Dabei sind es vor allem die Refrains, die überzeugen, auch wenn die Texte teilweise etwas irritierend wirken mögen.
Heraus stechende Songs zu benennen fällt in diesem Fall relativ schwer, da ein Song dem andern gleicht. Zumindest grob gesehen, denn bei genaueren hinhören wird jeder seine Lieblingstracks entdecken. Am wahrscheinlichsten werden das “Homecoming“, “Street of Paris“, “Make it happen” und “Starlett Johansson” sein.
Ein interessantes Album, das einem The Teenagers hier bieten. Der Stil nutzt sich zwar im Laufe der Platte ab aber auf jeden Fall empfehlenswert und mit dem Potential, die Charts gehörig aufzumischen.