From Germany
Deutschland ist unser Nachbar. Manchmal verstehen wir uns gut, dann wieder weniger aber fest steht, dass die Musik, die da drüben entsteht, maßgeblich die heimischen Charts beeinflusst. So lohnt es sich einen Blick rüber zu werfen.
Stefanie Heinzmann – Masterplan (Reloaded)
Die Gewinnerin von SSDSDSSWEMUGABRTLAD, also der Casting-Show von Stefan Raab, die im Zuge seiner Sendung TV-Total gesendet wurde, hat ihr Album “Masterplan” bereits im März 2008 veröffentlicht und damit auch schon beachtliche Erfolge im deutschsprachigen Raum erzielt. Mitte November wurde dann “Masterplan Reloaded” veröffentlicht, die Deluxe Edition.
Der bisherige Erfolg scheint auch insofern verständlich, da das Album gut ist und Musik bietet, die mit viel Soul versehen ist. Dennoch, viele der Songs, vor allem die im Mittelteil des Albums, sind nicht wirklich eingängig. Schon nett, keinesfalls lästig aber eben nicht hervorstechend und das kann bei einem derart umfangreichen Album (immerhin 19 Titel) irritierend wirken. Aber es sind auch Hits auf dem Werk zu finden, so wie die bereits veröffentlichten Songs “My man is a mean man” und “Like a bullet” oder die aktuelle Single “The unforgiven“, ein Cover, das im Rahmen des Projekts “German Tribute To Metallica“ entstanden ist. Die Lieder “Masterplan” und “Can´t get you out of my system” wissen ebenfalls zu bestechen.
Stefanie Heinzmann ist ein Talent, das am Weg nach Oben ist. Auch wenn noch einiges verbessert werden kann ist in Zukunft sicherlich mit der jungen Schweizerin zu rechnen.
Max Mutzke – Black Forest
Max Mutzke gehört ebenfalls zu dem erlesenen Kreis der Gewinner einer TV Total Casting Show. Genau genommen war er der erste, der so etwas gewinnen konnte. Das war im Jahr 2004 und sein aktuelles Werk “Black Forest” ist bereits sein 3. Studioalbum. Während seine bisherigen Platten eher als “nett” abgestempelt werden konnten, bekommt der Hörer bei dieser Cd das Gefühl, dass es endlich zu mehr gereicht hat. Die Songs sind hier wesentlich eingängiger als zuvor und auch die passende Abstimmung zwischen Balladen und schnelleren Nummern wurde gefunden. Hier lassen sich auch zahlreiche Lieder als potentielle Hitkandidaten bezeichnen.
Neben der ersten Auskopplung “Marie” trifft das noch auf die Nummern “New day“, “Not right“, “Bring on the sun” und auf jeden Fall auf “Easy on you” zu.
Eindeutig das beste Album, das Max Mutzke bis jetzt veröffentlich hat und sehr empfehlenswert.
Lafee – Ring Frei
Es ist nicht wirklich notwendig über LaFee zu urteilen. Einerseits spricht ihr Erfolg für sie, schließlich haben ihre bisherigen Alben jeweils Platz 1 in Österreich und Deutschland erreicht und auch das aktuelle Werk ist am besten Weg dahin. Andererseits haben sich bereits genug Kritiker über das (zugegebenermaßen erfolgreiche) Produkt LaFee ausgelassen und sehr genau über ihre Musik geurteilt. Auszüge davon sind auf Wikipedia zu finden und bieten als Highlight die Bezeichnung als “Gummibärchen-Gothic”.
Das neue Album “Ring Frei” ist musikalisch dem Gothic zuzuordnen, hat aber damit eigentlich nicht viel zu tun. Es werden Synthesizer eingebaut und der Aufbau ist wohl simpler Pop. Der Gesang ist durchschnittlich, folgt immer dem gleichen Schema und bietet damit kaum Abwechslung. Wo das Werk aber wirklich versagt sind die Inhalte. Größtenteils werden Themen besungen, die weder das Zielpublikum ansprechen, also Jugendliche, noch die erwachsen gewordenen. Gereimt wird mit der Brechstange ohne Rücksicht auf Sinn und das Werk bietet hauptsächlich Texte über gescheiterte Liebe und die Bewältigung des Schmerzes durch Frust und Aggression.
LaFee, mittlerweile 18 Jahre alt, wird sich irgendwann wohl umorientieren müssen, auch wenn sie mit diesem Werk sicherlich noch Erfolg haben wird. So wie man das von einer ehemaligen Teilnehmerin des Kiddy Contests eben erwartet. Einen Meilenstein der Musikgeschichte hat sie hier aber sicherlich nicht gesetzt..

Bender
25 Jan 2009 11:26
Das hab ich letztens bei Libro gehört! Weil ich ein paar Sachen gesucht hab, hab ich gut eine viertel Stunde Girlie-Pop erdulden müssen, und auch wenn der in Wikipedia zitierten Kritik nicht viel hinzuzufügen ist: oh mein Gott! Bei Teenie-Musik verzeiht man ja etwas fade Arrangements, eine dünne Stimme oder selten blöde Texte, aber alle drei auf einmal? Ic sehne mich nach den Tagen zurück, als Tokio Hotel die Jungcharts dominiert haben und freue mich über jeden affektierten Ich-bin-kein-Emo, der über einen wählerischeren Musikgeschmack Individualismus heuchelt so wie unsereins das früher getan hat…
Funkmaster
26 Jan 2009 12:38
Das ist interessant, weil ich mir beim hören auch gedacht habe, dass ich viel lieber Tokio Hotel hören würde….
Bender
29 Jan 2009 22:12
Ahhh! Heute schon wieder! Dabei wollte ich nur Druckerpatronen kaufen. Ich glaub, ich geh nie wieder zum Libro…
01 Feb 2009 06:14
[...] erste Single des Albums “Black Forest“. Ein sehr netter [...]