Als Gegenstück zur “Girl Power” wollen wir mal sehen was die Herren der Schöpfung in letzter Zeit so getrieben haben. Fachbereich ist diesmal Hip Hop, wobei damit sicherlich nicht die peinlichen Poser gemeint sind, die so in der Medienlandschaft herumgurken.

Coolio - The Return of the Gangsta

Nach längerer Abstinenz kehrt Coolio in die Musikwelt zurück und bringt sein Album “The Return of the Gangsta” gleich mit. Beim durchhören dieser CD drängt sich schnell der Gedanke auf, dass es so klingt als wäre er nie weg gewesen. Coolio erfreut uns dabei mit gewohnten Beats und seiner unverkennbaren Stimme, doch sind auf der Platte einfach zu viele durchschnittliche Nummern zu finden. Für die erste Single “Gangsta walk” hat man sich mit Snoop Dogg dann auch gleich prominente Unterstützung geholt um den Erfolg zu garantieren. Neben diesem Track überzeugen noch “Let it go“, “Lady & Gangsta” und “West Coast anthem“.
Wirklich Hitverdächtig ist “The Return of the Gangsta” nicht, aber irgendwie ist es schön zu wissen, dass der Held der eigenen Jugend nicht in einem Hinterhof an einer Überdosis gestorben ist.

Jan Delay - Mercedes Dance

Der Frontmann der (Absoluten) Beginner ist, nach seiner Version eines Nena-Klassikers, nun wieder auf Solopfaden unterwegs und bringt diesmal mit “Mercedes Dance” gleich ein ganzes Album auf den Markt. Es sei gleich Vorweg genommen, die Stimme von Jan Delay ist definitiv gewöhnungsbedürftig, nur tritt diese Gewöhnung beim hören der CD relativ schnell ein. Schon beim zweiten Lied kann man sich schon fast nicht mehr vorstellen, dass man auch anders klingen kann. Nebenbei wird eine richtig gute Stimmung transportiert, die schon beim “Intro” anfängt und dann durch die erste Single “Klar” wunderbar gesteigert wird. Weiters empfehlenswert sind die Lieder “Kartoffeln“, “Kirchturmkandidatin“, “Für immer und dich” und “Im Arsch” (feat. Udo Lindenberg).
Gute Texte kombiniert mit dem funky Sound lassen “Mercedes Dance” zu einer äußerst hörbaren Platte werden.

Jurassic 5 - Feedback

Die Hip Hop Combo Jurassic 5 sind nun schon mehr als 10 Jahre aktiv und schaffen es immer wieder qualitativ hochwertige Alben auf den Markt zu bringen. “Feedback” bildet da keine Ausnahme und erfreut den Hörer mit Old school Rap und eingängigen Beats. Neben dem schon erwähntenBack 4 U” sind vor Allem noch die Songs “Work it out“, “End up like this” und “Radio” extrem hörenswert.

Outkast - Idlewild

Die etwas anderen Hip Hopper von Outkast sind wieder da und bringen mit “Idlewild” gleich den Soundtrack zum gleichnamigen Film an den Start. Nach teils nervigen und teils zu experimentellen Nummer präsentieren die beiden Künstler mit dieser CD nun wieder straightere Musik. Eingänge Melodien und ein gut abgerundetes Klangbild prägen die Platte “Idlewild” , die durchaus auch Leute ansprechen könnte die sonst andere Musik hören. Besonders zu empfehlen sind die Songs “Might O“, “Peaches“, “The train“, “Life is musical” und die Swing-Nummer”When I look in your eyes“.
Auch wenn es der Film möglicherweise nie in Österreichische Kinos schaffen wird, der Soundtrack hat es wirklich in sich.

The Roots - Game Theory

Das wohl bekannteste Lied dieser Gruppe ist “The Seed” und das wirklich großartige an den Roots ist, dass da wirklich Musiker mit Instrumenten am Werke sind. Etwas das in dieser Branche gar nicht so selbstverständlich ist und ein Aspekt, der ihre Musik so besonders erscheinen lässt. So auch ihr aktuelles Album “Game Theory“, dass wirklich gut ins Ohr geht. Besonders hervorzuheben sind die Songs “Don´t feel right“, “Here I come“, “Clock with no hands“, “Long time” und “Livin´in a new world“, das fast wie eine der softeren Nummern von Limp Bizkit klingt. Starker Hip Hop und absolut hörenswert.