Bryan Adams ist wieder da, Anouk ist mehr als nur ein One-Hit-Wonder, mit Flogging Molly lässt sich gut St.Patrick’s Day feiern und The Cardigans veröffentlichen ein Best of, das sich gewaschen hat. Dies und mehr in folgendem Review über aktuelle Alben.

Bryan Adams

Bekannt durch: “Summer of ‘69” und vieles mehr
Aktuelles Album: “11
Bester Song daraus: “I thought I’d seen everything

Bryan Adams, ein Künstler den man kennt. Vor allem Dank seiner unzähligen Liebeslieder die in den 90ern nur so aus ihm raus geschossen sind. Und dennoch, ein neues Album weckt Interesse. Und dann dieser Titel. “11“. Sind das die Monate die er noch zu leben hat oder doch nur die Anzahl seiner bisher veröffentlichten Alben? Man weiß es nicht. Gefühlsmäßig waren es mehr.
Doch kommen wir zur Musik. Das aktuelle Album ist, wie zu erwarten war, extrem sauber produziert. Das erkennt man schon daran, dass sich kein schlechter Song auf der CD findet, auch wenn nur wenige gut ins Ohr gehen. Jeder einzelne Track wäre dabei Radiotauglich, wo man Hintergrundmusik gewohnt ist. Die Ausnahmen sind “I thought I’d seen everything” und “Tonight we have the stars“, die man wahrscheinlich in den Charts finden wird. Ansonsten ist “11” eher durchschnittlich. Die Fans sollte es aber zufrieden stellen.

Flogging Molly

Bekannt als: DIE Irische Punk-Band
Aktuelles Album: “Float
Bester Song daraus: “Paddy’s lament

DIE Irische Punk-Band Flogging Molly, die eigentlich in Los Angeles gegründet wurde, hat wohl jeder, der mal in einem Pub war, schon gehört. Sobald man diese Gruppe einmal bewusst gehört hat wird man sie öfter erkennen, denn der einzigartige Stil, der eine Mischung aus Punk und traditionellen Irischen Instrumenten ist, scheint unverkennbar.
Das aktuelle Album der Band ist stimmungsgeladene Sache, auch weil neben zahlreichen schnellen Nummern einige ruhigere hinzugefügt wurden und damit einen ganz eigenen Musikgenus abrunden. Hervorstechend sind dabei die Songs “Paddy’s lament“, “Float“, “Between a man and a woman” und “Man with no country“. Die perfekte Untermalung für den gepflegten Abend im Pub. Oder sonst wo.

Armor For Sleep

Bekannt durch: “Transformers O.S.T.
Aktuelles Album: “Smile For Them
Bester Song daraus: “End of the world

Es ist bereits das 3. Album, das, die hier zulande noch recht unbekannte Band, Armor For Sleep vor kurzem veröffentlicht hat. Das sie damit kurz vor ihrem Durchbruch im Genre des Alternative Rock stehen verdanken sie aber wohl der Beteiligung am Transformers Soundtrack, zu dem sie den Hit “End of the world” beigetragen haben.
Und das ist auch das beste Werk, das auf der aktuellen Platte zu finden ist, die sich zwar ganz gut anhört dabei aber zu wenig eingängige Songs bietet. Ein souveränes Album, bei dem ansonsten nur noch “Hold the door” und “Lullaby” halbwegs herausstechen. Insgesamt aber noch zu wenig um vollends zu überzeugen. Aber die Band steht auch erst am Anfang der Karriere…

The Cardigans

Bekannt durch: “Lovefool” und einiges mehr
Aktuelles Album: “Best Of
Bester Song daraus: von den Unbekannteren “Losers

The Cardigans können auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Und mit ihrem neuen “Best of” tun sie das jetzt auch. Neben den, natürlich vorhandenen, Hits wie “Lovefool“, “Carnival“, “My favorite game” und “Burning down the house” finden sich auch zahlreiche nicht so bekannte Songs, die wohl nur Insidern ein Begriff sein werden. Und selbst diese Kenner werden auf für sie unbekannte Werke stoßen, denn bei insgesamt 46 Tracks wurde hier ein äußerst umfangreiches “Best of” geschaffen, das eben nicht nur die Standard-Lieder bietet sondern auch in deren Entstehung Einblick gewährt. So gibt es auf den 2 Cds zahlreiche Demo- oder First try Versionen zu bestaunen und damit wurde hier ein Werk geschaffen, das sowohl Frischlinge als Langzeit-Fans erfreuen sollte. Dabei kann man dann Songs wie “Losers“, “Pooh song” oder “Rise and shine” für sich entdecken. Ein Vorbild für jedes andere “Best of

Anouk

Bekannt durch: “Nobody’s wife
Aktuelles Album: “Who’s Your Momma
Bester Song daraus: “Ball and chain” oder “Good God” - je nach Stimmung

Nobody’s wife” von Anouk kennt man, so richtig zum Star wurde die äußerst talentierte Holländerin allerdings nie. Das aktuelle Album hat jedoch gute Chancen diesen Status zu verändern, denn abgesehen von der guten Musik beeindruckt hier vor allem die stimmliche Bandbreite die demonstriert wird und von Balladen über Rock-Songs bis zu Soul-Nummern reicht. Dabei bekommt der Hörer beinahe das Gefühl verschiedenen Sängerinnen zuzuhören. Dementsprechend vielseitig erscheint das Album, bei dem keine Gefahr besteht, dass Langeweile auftreten könnte. Die herausragenden Nummern sind dabei die Songs “If I go“, “Ball and chain“, “Good God” und “The Difference“. Eine überraschend gute Platte, die für Aufsehen sorgen sollte. Zumindest wenn Qualität gleich Erfolg bedeuten würde. Man wird sehen.