Wenn Künstler ein Album herausbringen, gibt es einiges zu bedenken, vor Allem wenn es um das Release-Datum geht. Einmal abgesehen davon, dass gerne auf die direkte Konkurrenz, also Musiker aus dem gleichen Genre, geschaut wird zeigt sich auch, dass das Datum und damit die Jahreszeit für den Erfolg entscheidend sein kann.

Hier jetzt Beispiele dazu an Hand von 3 Reviews:

Stereophonics - Pull The Pin
Release (im deutschsprachigen Raum): 12.10.2007

Die Stereophonics sind wieder da. Das bemerkt man gleich beim ersten Track “Soldiers make good targets“, der sehr rockig ausgefallen ist und Lust auf mehr macht. Darauf muss der Hörer dann allerdings vergeblich warten, denn die darauf folgenden Tracks schleichen ein wenig dahin und lassen vor allem das Eine vermissen, was die Songs der Gruppe so auszeichnet. Die rockige Stimme von Kelly Jones. Das Glück, das man also nicht in den schnelleren Nummern finden mag taucht dann aber in der neuen Stärke der Stereophonics auf. Den Balladen. Hier wurden Tracks geschaffen die ganz tief bis unter die Haut gehen und dort wohl für immer bleiben, wenn der Hörer das zulässt. Dazu gehören die Songs “It means nothing“, “Ladyluck” und “Drowning“, die in anbetracht dessen, dass Weihnachten sich nähert Alle zu Gewinngaranten aber eben auch gefährlich Waffen werden können.
Alles in Allem ein solides Album der Stereophonics, auch wenn man mit einem wortwörtlich weinendem Auge den Trend weg vom rockigen Happy-Sound bemerkt, der sie einst so unvergleichlich gemacht hat.

Erklärung:
Ein klassisches Winteralbum. Ähnlich wie die Kollegen von Snow Patrol im letzten Jahr wird auf ruhige, bedenklich stimmende Musik gesetzt. 2-3 Songs könnte man sogar durchaus als Nachfolger von “Chasing Cars” ansehen.

Mando Diao - Never Seen The Light Of Day
Release: 26.10.2007

Nach einem recht schwachen letzten Album melden sich Mando Diao mit einem Werk zurück und auch hier ist das rockige ein wenig flöten gegangen. Zumindest für ihre Verhältnisse. Die Stärke der Platte ist es aber das Gefühl eines guten Sommerurlaub zu vermitteln bzw. an die Erinnerung daran. Als herausragend erweisen sich dabei die Songs “Never seen the light of day“, “Gold” und “Mexican hardcore” die zwar alle der selben Machart zuzuordnen sind, sich jedoch durch die kleinen Feinheiten auch voneinander genug unterscheiden um als Singles Erfolg haben zu können.
Nach der letzten Veröffentlichung eindeutig wieder eine Steigerung. Nach oben hin bleibt allerdings weiterhin viel Luft und so wartet der Fan gespannt, was aus der noch gar nicht so alten und dennoch so fleißigen Band (4 Alben seit 2004) noch werden kann.

Erklärung:
Ein Sommeralbum. Voll gepackt mit entspannenden Songs würde es sich perfekt für eine chilligen Tag bei Sommer, Sonne und Meer eignen. Aktuell aber nur in der südlichen Hemisphäre.

Jimmy Eat World - Chase This Light
Release: 19.10.2007

Auch Jimmy Eat World kommen nach einer kleinen Pause wieder aber sie rocken wie gewohnt, wenn nicht sogar mehr als zuvor. In diesem Fall wären 1, 2 Balladen mehr sogar angemessen gewesen um das Album ausgeglichener erscheinen zu lassen. Dennoch ein solides Werk der Gruppe, die ihre Hörer jetzt auch schon seit dem Jahr 2000 immer wieder mit guten Songs versorgt. Für dieses Album hätte man sich vielleicht mehr Hits gewünscht aber die Tatsache, dass man die Platte ohne gröbere Schwächephasen durchhören kann entschädigt dann wieder. Die herausstechenden Lieder sind hier “Big Casino“, “Let it happen” und “Always be“.
Wie gesagt, ein solides Werk ohne wirkliche Höhen und Tiefen, aber für Fans der Gruppe durchaus zu genießen und eben auch zu empfehlen.

Erklärung:
Ein Album, das eigentlich problemlos in jede Jahreszeit passt. Eben auch weil es nicht unbedingt einen Hit zu bieten hat der die Stimmung des Gesamtwerks prägt.

Damit beenden wir diese Lektion, die mir die Gelegenheit gab 3 interessante neue Cd´s vorzustellen. Natürlich gibt es auch genug Alben bei denen nicht darauf geachtet wird oder die immer einsetzbar sind. Aber vielleicht war dieser Ansatz ganz interessant und ihr achtet in Zukunft mal darauf. Viel Spaß mit der Musik.